Tipps für einen gesunden Schlaf

Wenn die Haut nicht aufhört zu jucken, ist an Schlaf oft nicht zu denken. Viele Patientinnen und Patienten mit Neurodermitis haben im Verlauf der Erkrankung Probleme mit der Nachtruhe.

Der quälende Juckreiz ist abends und nachts oft besonders schlimm und stört den Schlaf. Unter der warmen Bettdecke schwitzt man, durch die entstehende Feuchtigkeit wird die Haut gereizt und reagiert verstärkt mit Juckreiz. Während des Schlafs kratzt man zudem oft unbewusst und merkt die Schäden an der Haut erst später, wenn sie wund und entzündet ist und noch mehr juckt.

Rituale für den Übergang in den Feierabend

All die Anforderungen des Alltags unter einen Hut zu bringen, ist oft nicht einfach und sorgt für Stress. Zwischen Arbeit, Familie und Haushalt bleibt nicht viel Zeit für Ruhe und persönliche Erholung. Ausreichend Schlaf ist jedoch wichtig, um den Körper und die Haut zu regenerieren. Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten am Tag können die Leistungsfähigkeit im Studium oder bei der Arbeit beeinträchtigen und für zusätzlichen Stress sorgen, der die Beschwerden verstärken kann.

Es kann helfen, sich bewusst Zeit für Entspannung zu nehmen und Rituale zu entwickeln, die dem Körper signalisieren, dass es Zeit ist zur Ruhe zu kommen und auf das Zubettgehen vorzubereiten. Nach der Arbeit ist es wichtig, einen Übergang zum Feierabend und zur Erholung zu schaffen. Ein Spaziergang, Yoga oder Entspannungsmethoden wie Meditation oder autogenes Training lassen Körper und Geist zur Ruhe kommen und sind wohltuend nach einem anstrengenden Tag.

Zur Ruhe kommen vor dem Schlafengehen

Es gibt einige Gewohnheiten, die die Schlafqualität verbessern können. Dazu gehören:

Körperliche Aktivität: 

Körperliche Bewegung und Sport reduzieren den Stress, machen müde und sind gut für den Schlaf. Der Zeitpunkt des Trainings ist jedoch wichtig, denn eine intensive Anstrengung direkt vor dem Schlafengehen regt den Kreislauf an und kann das Einschlafen erschweren. Idealerweise findet die sportliche Aktivität einige Stunden vor dem Zubettgehen statt, um dem Körper ausreichend Zeit zu geben, wieder zur Ruhe zu kommen.

Verzicht auf Koffein und Alkohol am Abend:

Bei manchen Menschen kann auch der Verzicht auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke ab dem Nachmittag einen positiven Effekt haben. Koffein ist ein Stimulans, das bei empfindlichen Personen die Nachtruhe stören kann. Auch Alkohol kann die Qualität des Schlafes beeinträchtigen. Besser geeignet am Abend sind Kräutertees. Teesorten wie Kamille, Baldrian oder Melisse haben eine beruhigende, schlaffördernde Wirkung und helfen so beim Einschlafen.

Die richtige Abendgestaltung:

 Zu viel Aufregung am Abend kann sich negativ auf das Ein- und Durchschlafen auswirken und bei empfindlichen Personen den Juckreiz verstärken. Schöne Musik hören, Zeit mit der Familie verbringen oder ein Buch lesen ist besser als actionreiche Filme zu sehen oder Computerspiele zu spielen. Aufwühlende Gespräche oder Diskussionen finden besser nicht am späten Abend statt, um emotionale Aufregung kurz vor dem Schlafengehen zu vermeiden.

Die optimale Schlafumgebung schaffen

Auch kleine Veränderungen in der Schlafumgebung können die Qualität der Nachtruhe verbessern.

  • Die richtige Schlafzimmertemperatur: Die optimale Temperatur zum Schlafen liegt bei 16-18 °C. Am besten wird der Raum vor dem Zubettgehen einmal gut durchgelüftet, um für frische Luft zu sorgen.
  • Abdunkeln: Bei Dunkelheit wird das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet, helles Licht hingegen kann den Schlaf stören oder die Schlafdauer verkürzen. Rollläden, dunkle Vorhänge oder eine Schlafbrille können das Ein- und Durchschlafen verbessern.
  • Ein regelmäßiger Schlafrhythmus: Möglichst jeden Tag zu einer ähnlichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen hilft, die innere Uhr zu regulieren und erleichtert das Einschlafen und Aufwachen.
  • Bettwäsche und Schlafanzug aus leichtem, atmungsaktivem Material: Um das Schwitzen zu reduzieren und Hautirritationen zu vermeiden, sollte auf Kleidung aus Polyester oder Wolle möglichst verzichtet werden. Schlafanzüge aus hautfreundlichen Materialien wie Baumwolle oder Seide sind besser geeignet.