Sport ist gut für Psyche und Haut

Körperliche Bewegung hat einen weitreichenden Einfluss auf unseren gesamten Körper. Doch manch einer mag Vorbehalte gegen Sport haben, wenn die Haut von Neurodermitis betroffen ist. Könnte Schweiß nicht die Symptome verschlimmern? 

Warum Sport so gut für uns ist

Erkenntnisse aus der Wissenschaft belegen, dass Sport auch bei Neurodermitis positive Auswirkungen hat. Körperliche Bewegung ist eine unterstützende Therapiemaßnahme bei Neurodermitis. 

Neurodermitis bedarf einer ganzheitlichen Betrachtung: Psychosoziale, Umwelt- und genetische Faktoren spielen auf verschiedene Weise eine Rolle bei der Hauterkrankung. Hier greift Sport positiv ins Geschehen ein, denn bei bereits moderater, regelmäßiger Bewegung kommt es unter anderem zur

  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Regulierung des Blutzuckerspiegels 
  • Reduktion von entzündungsfördernden Botenstoffen.

Sport regt den Stoffwechsel an und ermöglicht dadurch eine verbesserte Versorgung der Hautzellen. Auch die natürliche Schutzbarriere der Haut wird durch Sport unterstützt – was einem Neurodermitis-Schub vorbeugen kann. 

Bewegung ist gut für die Psyche 

Körperliche Aktivität ist kein Allheilmittel. Allerdings wirkt sie sich gleichermaßen auf gesunde wie erkrankte Menschen positiv aus. Und das sogar in jedem Alter! Auch die psychische Gesundheit profitiert von körperlicher Bewegung. Wir stellen Dir hier drei Gründe dafür vor:

  • Erholung von Stress: Denn Menschen, die sich körperlich viel bewegen, erholen sich von Stress besser. Unter anderem reagiert ihr Blutdruck auf Auslöser von Stress weniger stark. Da Stress ein bekannter Auslöser für Neurodermitis ist, kann Bewegung sich hier positiv auf Körper und Haut auswirken. 
  • Bei moderater Bewegung werden verschiedenste Botenstoffe im Körper ausgeschüttet. Darunter auch Glückshormone wie Endorphin und Serotonin. Diese Botenstoffe machen uns glücklich – sie wirken sogar ähnlich wie ein Antidepressivum
  • Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, durch eigenes Handeln etwas erreichen zu können. Wenn Du Dich sportlich betätigst, steigert das die Selbstwirksamkeit. Sie trägt wesentlich zum allgemeinen psychischen Wohlbefinden bei. Man kann sich das auch so vorstellen: Wenn Du eine sportliche Herausforderung bewältigst, bist Du auch besser für andere Herausforderungen im Alltag und im Leben gewappnet. Auch bei einer langwierigen Behandlung der Neurodermitis ist es wichtig, nicht in ein Gefühl der Hilflosigkeit zu fallen. Eine hohe Selbstwirksamkeit bietet davor Schutz.

Sportliche Aktivität wirkt nach aktuellem Forschungsstand therapeutisch und vorbeugend gegen depressive Erkrankungen, die häufig eine Begleiterkrankung der Neurodermitis sein können. Auch hier gilt: Wenn Deine psychische Gesundheit unter Neurodermitis leidet, sprich mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin darüber. 

Tipps für Sport bei Neurodermitis

Die Bewegung sollte Dir in erster Linie Spaß machen. Finde heraus, welcher Sport für Dich geeignet ist und wie Du ihn mit einigen Tipps gegebenenfalls anpassen kannst. Schweiß kann die Haut reizen und so Juckreiz oder Entzündungen verstärken. Du kannst deshalb beim Sport darauf achten,

  • ein kleines Handtuch mitzunehmen, um den Schweiß zwischendurch abzuwischen
  • atmungsaktive Kleidung mit Bewegungsfreiheit zu tragen (Je nach Wetterlage angepasst an Wind und Regen) 
  • gleich nach der Sporteinheit zu duschen und anschließend mit Cremes die Haut zu pflegen. Auch wenn Du viel geschwitzt hast, reichen sanfte, schonende Seifen völlig für die Hygiene aus. 
  • Achte außerdem darauf, genügend zu trinken. Denn durch das Schwitzen scheidet der Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe aus. Durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr schützt Du Deine Haut daher vor dem Austrocknen.

Bewegung in den Alltag integrieren

Du musst es nicht in den Leistungssport schaffen. Moderate Bewegung ist völlig in Ordnung. Wenn Du gerade sitzt, fang am besten gleich jetzt an, aufzustehen und eine kleine Bewegungspause zu machen. Denn das viele Sitzen schadet uns mehr als gemeinhin angenommen. 

Überlege Dir, wie Du mehr Bewegung in Deinen Alltag integrieren kannst. Zum Beispiel durch eine abendliche Spaziergangs-Routine, freiwilliges Treppensteigen oder Fahrrad-Fahren zur Arbeit. Dabei kommt man meist auch nicht ins Schwitzen, was einer Hautbelastung vorbeugt. 

Quellen: