Neurodermitis erhöht das Risiko für bestimmte Autoimmunerkrankungen

Unser Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern. Doch wenn dieses Abwehrsystem körpereigene, gesunde Zellen irrtümlich als fremd einstuft und bekämpft, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Der Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankungen und Neurodermitis wird immer besser erforscht. In diesem Artikel erfährst Du, welche Autoimmunerkrankungen bei Neurodermitis häufiger auftreten können. 

Schwedische Studie sorgt für Aufmerksamkeit 

In einer 2020 veröffentlichten Studie aus Schweden wurde untersucht, inwiefern Neurodermitis tatsächlich das Risiko für bestimmte Autoimmunerkrankungen erhöht. Dafür wurden über einhunderttausend Personen mit diagnostizierter Neurodermitis jeweils 10 zufällig ausgewählte Menschen mit gleichem Alter und Geschlecht gegenübergestellt. Dann wurde untersucht, ob Unterschiede hinsichtlich dem Auftreten von Autoimmunerkrankungen zu beobachten sind. Somit handelt es sich bisher um die am größten angelegte Studie in diesem Forschungsbereich. 

Fast doppelt so hohes Risiko für Autoimmunerkrankung

Die schwedische Studie ergab, dass Betroffene von Neurodermitis durchschnittlich ein doppelt so hohes Risiko für eine Autoimmunerkrankung haben wie Menschen ohne Neurodermitis. Autoimmunerkrankungen, die ebenfalls die Haut betreffen, traten darunter am häufigsten auf. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Chronische Nesselsucht 
  • Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)
  • Dermatitis herpetiformis Duhring (chronisch blasenbildende Hauterkrankung). 

Neben Bindegewebserkrankungen wie die rheumatoide Arthritis ist vor allem der Darm besonders häufig betroffen. Personen mit Neurodermitis litten nach der Studie öfter an: 

  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes) 
  • Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms). 

Ursachen bleiben noch unklar

Wie genau Autoimmunerkrankungen und Neurodermitis zusammenhängen und was die Ursachen dafür sind, ist größtenteils noch nicht verstanden und bedarf weiterer Untersuchungen. Zum Beispiel gilt auch hier die Schwierigkeit, zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden, umgangssprachlich als „Henne-Ei-Problem“ bekannt. Wenn Du Neurodermitis hast, muss das also nicht bedeuten, dass Du deswegen eine Autoimmunerkrankung entwickelst.

Dennoch ist es gut, wenn Autoimmunerkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, darum sprich am besten mit Deinem Arzt oder Deiner Ärztin darüber. Falls Dich das Thema Begleiterkrankungen von Neurodermitis interessiert, empfehlen wir Dir diesen Artikel.  

Quellen: