Infekte als Neurodermitis-Trigger – Wie Du Dein Immunsystem stärken kannst

Winter ist Erkältungszeit. Wir halten uns vermehrt in Innenräumen auf und der Wechsel zwischen warmen Temperaturen drinnen und kalten Temperaturen draußen macht unserem Immunsystem zu schaffen. Da haben Viren und Bakterien oft leichtes Spiel.

Darum ist es nicht nur im Hinblick auf die Corona-Pandemie sinnvoll, auf ein starkes Immunsystem zu achten. Durch einen gesunden Lebensstil kannst du auch Deinem Immunsystem Gutes tun. 

Im Folgenden findest Du einige Tipps, wie Du Deine Abwehrkräfte stärken kannst:

1. Stress vermeiden

Stress ist nicht nur ein häufiger Auslöser für Neurodermitis-Symptome. Langfristiger Stress kann außerdem das Immunsystem schwächen. Wenn wir Stress haben, schüttet unser Körper Stresshormone wie Cortisol aus. Dadurch kommt es über verschiedene Reaktionswege im Organismus zur vermehrten Produktion von Entzündungsbotenstoffen. Länger anhaltender Stress und erhöhte Cortisolausschüttung können zahlreiche Folgen für den Körper haben.

Stress lässt sich nicht immer komplett vermeiden. Darum ist es wichtig, auf regelmäßige Ruhepausen zu achten und sich Zeit für Entspannung zu nehmen. Dazu eignen sich beispielsweise Meditation und Achtsamkeitsübungen. Regelmäßig praktiziert, können sie den Umgang mit Stress verbessern und sind zudem leicht zu erlernen. 

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2. ausreichend Schlaf

Genügend Schlaf trägt zu einem gut funktionierenden Immunsystem bei. Während wir schlafen, laufen im Körper Reparaturprozesse ab. Beispielsweise wird die Funktion bestimmter Abwehrzellen, der T-Zellen, gestärkt. Diese Zellen heften sich an infizierte Zellen an und bekämpfen sie. Auch die Konzentration weiterer Immunzellen wird durch Schlafmangel beeinträchtigt. Wer regelmäßig zu wenig schläft, ist anfälliger für Erkältungs- und andere Viren. Um die Abwehrkräfte im Winter zu stärken, ist ausreichend Schlaf also nicht zu unterschätzen.

3. regelmäßige Bewegung

Regelmäßige Bewegung hält den Körper fit und tut dem Geist gut. Schon moderate Aktivität hat einen positiven Effekt auf das Immunsystem und regt die Bildung bestimmter Immunzellen an. Die Konzentration der natürlichen Killerzellen erhöht sich und auch die Anzahl der für die Bekämpfung von Erregern zuständigen Antikörper steigt. Studien zeigen eine geringere Rate an Atemwegsinfekten bei Personen, die regelmäßig Ausdauersport treiben. Sportarten, die sich gut eignen, sind zum Beispiel Radfahren, Laufen oder Schwimmen. Auch wenn es bei Kälte und Dunkelheit manchmal schwer fällt: Sport und körperliches Training lohnen sich auch im Winter.

Tipp:

Wenn man beim Sport ins Schwitzen gerät, kann es schnell passieren, dass man nach dem Training auskühlt. Am besten ziehst Du die verschwitzte Kleidung schnell aus und und wäschst den Schweiß mit einer kurzen, nicht zu heißen Dusche von der Haut. Danach das Eincremen nicht vergessen.

4. Sonne und Tageslicht tanken

Idealerweise findet die Bewegung an der frischen Luft statt. Auch wenn die Tage im Winter kürzer sind und die Sonne selten zu sehen ist, ist der Aufenthalt im Tageslicht wichtig. Denn unsere innere Uhr braucht Tageslicht, um die Körperfunktionen auf die Tageszeit einzustellen und den Hormonhaushalt zu regulieren. Zum Beispiel kann ein Mangel an Licht die Produktion des Schlafhormons Melatonin durcheinanderbringen. Dadurch kann es zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit kommen. Auch der Stimmungsaufheller Serotonin wird bei Tageslicht vermehrt produziert. Deshalb tut selbst an trüben Wintertagen ein Spaziergang an der frischen Luft dem Körper und der Seele gut. 

Wichtig:

Zu viel Sonne kann zu Hautschäden bis hin zu Hautkrebs führen. Darum sollte der Aufenthalt im Sonnenlicht stets zeitlich begrenzt und mit entsprechendem Schutz stattfinden.

5. auf Vitamin D-Versorgung achten

Sonnenlicht ist unsere Hauptquelle für Vitamin D. Selbst bei einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung werden über die Nahrung nur 10-20 % des Bedarfs an Vitamin D aufgenommen. Der Rest wird vom Körper mithilfe von Sonnenlicht produziert. Zwar kann in den Sommermonaten ein ausreichender Speicher des Vitamins angelegt werden. Dennoch kann vor allem im Winter schneller ein Mangel auftreten. Dies kann mithilfe eines Bluttest festgestellt werden. Wenn zu niedrige Vitamin D-Werte vorliegen, kann in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin die Einnahme von Vitamin D erwogen werden. 

6. abwechslungsreiche Ernährung

Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen, die er für eine gute Abwehrfunktion braucht. Beispielsweise unterstützt eine ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen wie Zink, Eisen oder Selen den Körper bei der Infektabwehr und dem Bekämpfen von Bakterien und Viren. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in der Regel nicht notwendig. Denn die vorschnelle Einnahme solcher Präparate kann unter Umständen sogar gesundheitsschädlich sein. Deshalb ist sinnvoll, so eine Entscheidung vorher mit dem Arzt oder der Ärztin zu besprechen.

7. ausreichend Trinken

Wasser ist unverzichtbar für den Körper. Auch für ein funktionierendes Immunsystem brauchen wir ausreichend Flüssigkeit. Wenn wir zu wenig trinken, trocknen die Schleimhäute in den Atemwegen, der Nase und den Augen aus. Dadurch haben Viren und Bakterien es leichter, in den Körper einzudringen und Infekte auszulösen. Feuchte Schleimhäute hingegen können Erreger besser beseitigen. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung lautet: Erwachsene sollten im Durchschnitt etwa 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken. Bei Hitze, wenn man Sport treibt oder bei Durchfallerkrankungen kann sich die Menge erhöhen. Am besten geeignet sind Leitungswasser, Mineralwasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees.

8. Wechselduschen

Es gibt Hinweise darauf, dass Wechselduschen das Immunsystem stärken und das Risiko für Erkältungen verringern können. Der Effekt könnte mit der verbesserten Durchblutung durch den abwechselnden Kälte- und Wärmereiz zusammenhängen. Bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und werden weniger durchblutet. Bei Wärme hingegen weiten sie sich und die Durchblutung nimmt zu. Wenn die Haut gut durchblutet ist, gilt das in der Regel auch für die Schleimhäute. Darum sind gut durchblutete Schleimhäute wichtig für die Abwehr gegen Krankheitserreger.

Tipp:

Ein weiterer Vorteil von kaltem Wasser ist, dass es den natürlichen Säureschutzmantel der Haut weniger angreift als heißes Wasser. Im Falle von ohnehin schon trockener Haut wie bei Neurodermitis sollte das Wasser am besten nicht wärmer als 34°C sein.

Quellen:

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  • RKI – Gesundheit A-Z – Antworten des Robert Koch-Instituts auf häufig gestellte Fragen zu Vitamin D, Zugriff am 03.01.22 
  • How important is diet for a healthy immune system? – BBC Food, Zugriff am 03.01.22
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